"Transformation ist unvermeidbar, wenn wir zukunftsfähig bleiben wollen"

Von Generalmajor Jürgen Ruwe, Amtschef Heeresamt
und Schirmherr der ZiFkras

Zunächst danke ich Ihnen sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit auch im vergangenen Jahr und Ihr bewundernswertes Engagement, mit dem Sie für die Bundeswehr eintreten. Als Bindeglied zwischen der aktiven Truppe und ihren zivilen Umfeld gelingt es Ihnen in vorbildlicher Weise, den Transformationsprozess der Bundeswehr zu begleiten.

Auch in diesem Jahr stand die Bundeswehr aus vielerlei Gründen im Fokus der Öffentlichkeit. Mit der Veröffentlichung des Ressortkonzepts zur Stationierung und der Ankündigung, weitere 105 Standorte zu schließen, werden die Verteidigungspolitischen Richtlinien aus dem letzten Jahr konsequent umgesetzt. Wenngleich man die Ankündigungen aus persönlicher Betroffenheit mit Wehmut aufnehmen mag, will ich aber auch keinen Zweifel daran lassen, dass ich diesen Ansatz für dringend erforderlich halte. In den vergangenen Stationierungsrunden seit der deutschen Vereinigung sind wir trotz der deutlichen Reduzierung der Truppe in der Fläche präsent geblieben. Dies war nun nicht mehr möglich, und war nicht nur aus betriebswirtschaftlichen, sondern auch aus militärischen Gründen.

Die Transformation der Bundeswehr ist ein fortlaufender Prozess, der mit den aktuellen Veränderungen nicht zum Abschluss kommt. Sie hat zum Ziel, unsere Streitkräfte besser denn je zu dem zu befähigen, was tatsächlich in der heutigen sicherheitspolitischen Situation von ihnen gefordert wird. Transformation ist mehr als die Weiterentwicklung von Organisationsformen und bedeutet mehr als die Modernisierung von Ausrüstung und Waffensystemen. Die Einsätze zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung einschließlich des Kampfs gegen den internationalen Terrorismus stehen im Mittelpunkt aller konzeptionellen und strukturellen Überlegungen. Dies ist der Maßstab für das Heeresamt als Konzeptionsamt des Heeres, denn es gilt, das Heer personell, materiell und organisatorisch für die künftigen Aufgaben fit zu machen und zu halten.

Auch im nachgeordneten Bereich des Heeresamtes gibt es einige Neuerungen: Die Nachschubschule des Heeres und die Fernmeldeschule und Fachschule des Heeres für Elektrotechnik werden zukünftig in der Streitkräftebasis ihre Aufgaben als Logistikschule der Bundeswehr und Führungsunterstützungsschule der Bundeswehr erfüllen. Der Ihnen gut bekannte Standort Munster soll künftig nicht nur die Panzertruppenschule, sondern auch die Flugabwehrschule und die neu zu schaffende Heeresaufklärungsschule umfassen. Im
Heeresamt selbst wird eine neue Abteilung V in Bad Neuenahr aufgestellt werden, in der das bisherige Logistikzentrum des Heeres aufgeht. Damit haben wir Rüstung und Nutzung wieder unter einem Dach vereint. Der Generalarzt des Heeres – bisher mit Sitz im Heeresführungskommando – wird ebenfalls zum Heeresamt nach Köln wechseln.

Der grundlegende Prozess der Transformation mit all seinen Veränderungen ist kein Selbstzweck, er ist angesichts der gegebenen Rahmenbedingungen unvermeidbar, wenn wir zukunftsfähig bleiben wollen. Meine herzliche Bitte ist, dass Sie mit Ihren Verbindungen mithelfen, den Prozess der Öffentlichkeit zu vermitteln und unser Heer auf dem Weg in die Zukunft unterstützen.

Ich danke Ihnen noch einmal für das vertrauensvolle Miteinander und bitte Sie auch im kommenden Jahr um die Fortsetzung Ihrer tatkräftigen und erfolgreichen Arbeit!

Mit kameradschaftlichen Grüßen
Ihr Jürgen Ruwe
Generalmajor

Köln, zum Jahreswechsel 2004/2005

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