ZiFkras unterwegs:
Marineball und Taufe der Korvette F 261 "Magdeburg"

von Wolfgang Müller, Genthin

Am 2. September 2006 fand in Magdeburg der 1. Marineball statt. Vorausgegangen war die Bewerbung der Stadt Magdeburg einem Schiff der Bundesmarine ihren Namen zu geben sowie die Gründung eines "Freundeskreis Korvette MAGDEBURG e.V .", um auch zukünftig eine stabile Partnerschaft zwischen der Besatzung und der Stadt sicher zu stellen.

Nach Erhalt der positiven Nachricht, dass die zweite Korvette der "Braunschweig"-Klasse 130 auf den Namen "Magdeburg" getauft werden soll, begann der Freundeskreis die ersten Kontakte zur Bundesmarine auf zu nehmen und hatte seinen ersten öffentlichen Auftritt bei der Kiellegung am 20. Mai diesen Jahres.

Dieses in unserer Presse erwähnte Ereignis war mir Anlass, mit dem Freundeskreis in Verbindung zu treten. Obwohl zum Heer gehörend, ist es mir ein Anliegen, als Bürger des Bundeslandes Sachsen-Anhalts, dessen Haupstadtname ein Schiff der Deutschen Marine tragen soll, hier eine besondere Verbundenheit zwischen Marine und Heer zu zeigen. Dafür hatte der 2. Vorsitzende des Freundeskreises, Herr Korvettenkapitän Manfred Discher, großes Verständnis und so konnten meine Frau und ich als Gäste am 1. Marineball in Magdeburg teilnehmen. Träger des Balles waren der Freundeskreis, das Verteidigungsbezirkskommando 82 und die Stadt Magdeburg. Rund 300 Gäste, darunter der zukünftige Kommandant und Besatzungsmitglieder der Korvette, erlebten eine wunderschöne Ballnacht für die das Team des Maritim-HoteIs ein festliches Ambiente bot.

Als besondere Überraschung erhielt ich dann noch die Möglichkeit, an der Schiffstaufe der Korvette auf der Lürssen-Werft in Bremen teilzunehmen. So ging es am Morgen des 6. September mit zwei Bussen ab Magdeburg in Richtung Bremen.

Nach dem Eintreffen der Ehrengäste und der Meldung an den Staatsekretär Herrn Dr. Wichert schritten er, Herr Vizeadmiral Nolting und der Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg Herr Trumper, unter den Klängen des Marinemusikkorps, die Ehrenformation ab..

Danach folgten kurze Ansprachen der Herren Lüssen, Dr .Wichert und Trümper. Im Anschluss daran vollzog Frau Angela Winkler, Lebensgefährtin des Magdeburger Oberbürgermeisters, die Schiffstaufe. Nationalhymne und drei kräftig ausgerufene "Hurras" beendeten den Taufakt und die Korvette machte zu ersten Male Bekanntschaft mit den nassen Element, auf dem sie sich zukünftig bewegen wird.

Mit vielen neuen, bewegenden Einrücken und nach interessanten Gesprächen mit Gästen und Marineangehörigen machte sich die Magdeburger Abordnung am späten Nachmittag auf die Heimreise.

Am Ende des Berichtes möchte ich es nicht versäumen, nochmals Herrn Korvettenkapitän Discher und allen Mitgliedern des Freundeskreises für die Teilnmahmemöglichkeit ganz herzlich zu danken und ihnen für die weitere Tätigkeit viel erfolg und frohes Gelingen zu wünschen.

---------------------------------------------------

Hintergrund: Die Schiffe der Braunschweig-Klasse

Insgesamt fünf Schiffe der neuen Klasse K 130 sollen vom Jahr 2007 an die 25 Jahre alten Schnellboote der Marine ersetzen. Die Schiffe werden beim neuen 1. Korvettengeschwader in Rostock-Warnemünde stationiert. Sie können ohne zusätzliche Versorgung sieben Tage auf See verbringen. Ausgerüstet sind sie mit schweren Schiff-Schiff-Flugkörpern, Flugabwehr-Raketen, einem Geschütz, zwei schweren Maschinenkanonen sowie weit reichender Aufklärungselektronik.

Die 90 Meter langen und 26 Knoten schnellen Korvetten haben eine Reichweite von 2500 Seemeilen. Sie sind besonders für den Geleitschutz, die Meeres- und Küstenüberwachung sowie Einsätze in entfernten Seegebieten geeignet.

Der Stückpreis liegt nach Marineangaben bei rund 300 Millionen Euro. Die Neubau-Serie teilen sich Blohm + Voss (Hamburg), die Emder Nordseewerke und Lürssen. Das Gesamtbauvorhaben sichert 1500 Arbeitsplätze an den verschiedenen Werftenstandorten und in der Zulieferindustrie.

Vor dem Werfttor in Lemwerder (Kreis Wesermarsch) hatten Mitglieder einer Friedensgruppe gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr demonstriert. "Korvetten sind Mordsschiffe - wir wollen Arbeitsplätze für die zivile Produkte", forderten sie auf Transparenten. Auch die großen christlichen Kirchen in Magdeburg protestieren gegen die geplante Taufe des Schiffes auf den Namen "Magdeburg". 400 Protestunterschriften wurden vom evangelischen Domprediger Giselher Quast und Heiner Hesse von der katholischen Friedensbewegung "Pax Christi" an Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) überreicht.

© 09.9.2006 ZiFkras