
Jahrestreffen 2005 im Zeichen des Sport und des schönen Wetters
Es war ein überschaubares Häufchen Aufrechter, das der Einladung in den äußersten Süden der Republik gefolgt war. Zwar mussten bei der Anreise die Klimaanlagen Schwerstarbeit verrichten und auch andere Verkehrsteilnehmer hatten die Idee, am Feiertag ins Allgäu zu fahren. Aber trotz einiger Staus kamen alle relativ früh und gut gelaunt in Soho (Jargon der Feldjäger) an und das Einlaufbier (es waren auch ein paar kleine Enzian dabei) hat dafür umso besser geschmeckt. Der damalige Kommandeur der Sportschule der Bundeswehr, Oberst Keck, hatte bei unserem Jahrestreffen 2003 in Warendorf die Idee ins Spiel gebracht, noch im Jubiläumsjahr "50 Jahre Bundeswehr" und "50 Jahre Sportschule der Bundeswehr" die Generaloberst-Beck-Kaserne zu besuchen, bevor sich die Bundeswehr aus ihr zurückzieht. Diesem Vorschlag sind wir gerne gefolgt. In Sonthofen wurden wir begrüßt durch den stellvertretenden Schulkommandeur und Leiter Lehre und Ausbildung, OTL Katz. Bei der Führung durch den Infrastrukturoffizier Hptm Sprung erhielten wir interessante Einblicke in die Geschichte der "Burg". Die wechselvolle Geschichte der "Burg" Ab 1934 wurden die Anlagen von der Deutschen Arbeitsfront als Schulungsburg der NSDAP erstellt. Später wurde eine Adolf-Hitler-Schule eingerichtet. Nach dem Krieg wurden die Gebäude erst durch die französischen Truppen genutzt. Wenig später betrieb die amerikanische Besatzung dort eine Constabulary School. 1956 zog schließlich die Bundeswehr ein und gab der "Burg" den Namen "Generaloberst-Beck-Kaserne". Heute sind hier sind (noch) die Schule für Feldjäger und Stabsdienst sowie Teile der Sportschule der Bundeswehr untergebracht. Hauptprobleme heute sind immense Unterhaltungskosten: Einfachverglasungen und schlecht isolierte Mauern verschlingen Unsummen für die Heizung. Alleine der riesige Speisesaal war ursprünglich für die gleichzeitige Verpflegung von 1.000 bis 1.500 Personen geplant - für heutige Zwecke ist er überdimensioniert. Nicht isolierte Heißwasserrohre führen dazu, dass sich die benachbart geführten Kaltwasserrohre aufheizen. Dadurch erfolgt z.B. die Toilettenspülung mit warmem Wasser. Aber auch nach der Stilllegung werden die Unterhaltungskosten nicht zu vernachlässigen sein, man spricht von mehreren Millionen Euro im Jahr. Erst klettern die Soldaten... Die Vertreter der Sportschule, Hauptmann Fuhrmann und Stabsfeldwebel Stoiber kümmerten sich äußerst aufmerksam um uns. Hptm Fuhrmann war eigens für uns aus Warendorf angereist. Als InspChef II./SportSBw ist er auch verantwortlich für die Teile in Sonthofen. Das Programm, das sie für uns vorbereitet hatten, stand im Zeichen des Sports. ... dann kraxeln wir Gegen Abend stiegen wir dann selbst - hinauf zur Weltcuphütte über Ofterschwang, einem zünftigem Bergrestaurant an einem Logenplatz auf 1.300 Meter. Von dort hat man einen phantastischen Blick in alle Himmelsrichtungen, nach Süden ins Allgäuer Hochalpental mit Sonthofen und der Generaloberst-Beck-Kaserne, nach Westen ins Gunzesrieder Tal, ins Ostertal und zur Nagelfluhkette, nach Norden ins Alpenvorland und nach Osten ins Illertal und zu den Sonnenköpfen. Es ist durchaus bemerkenswert, dass es in dieser Lage eine gemütliche Hütte mit vernünftigen Preisen und freundlichen Wirtsleuten gibt. Das "Hütten-Duo" spielte zu unserer Unterhaltung. Den Verdauungs-Enzian, den uns Kam. Friedhelm Sczechowski aus Anlass seiner Genesung ausgegeben hat, haben wir auf seine weitere Gesundheit getrunken. Leider verrenkte sich Bernhard Paeslack auf dem Rückweg zum Bus bei einem unglücklichen Sturz einen Finger, die sonstigen Hautverletzungen, die zerrissene Hose und der völlig demolierte Schuh fielen dabei nicht mehr ins Gewicht. An dieser Stelle ein ganz dickes Lob an StFw Stoiber, der sich nach der Erstversorgung der Abschürfungen mit Jod sehr umsichtig und fürsorglich um unseren Bernhard gekümmert hat. Nachdem man bei der Voruntersuchung in der Sonthofener Klinik nur feststellen konnte, dass es sich vermutlich doch um etwas Ernsteres handelt, wurde Bernhard dann in Immenstadt bestens versorgt, geröntgt, eingerenkt und geschient, so dass wir ihn guten Gewissens seiner Frau wieder übergeben konnten (auf den von uns vorgeschlagenen Liegegips vom Hals bis zur großen Zeh haben die Ärzte unverständlicherweise verzichtet). Weite Sprünge Am Samstagvormittag besichtigten wir unter der Führung von Peter Leiner, dem Leiter des Bundesstützpunkts Skisprung, die Schattenbergschanzen in Oberstdorf. Die erste Skisprungschanze am Fuße des Schattenbergs wurde Ende 1925 eröffnet. Der erste Schanzenrekord im Jahre 1926 lag noch bei 35 Metern. Im Laufe der Zeit wurde die Schanze immer wieder verbessert, vergrößert und an aktuelle Sicherheitsstandards angepasst. Anfang 1953 kam der große internationale Durchbruch mit der Vierschanzen-Tournee, deren Eröffnungsspringen traditionell auf der Schattenbergschanze stattfindet. In den Jahren 2003 und 2004 wurde die ganze Anlage für die Weltmeisterschaften 2005 zur heute so genannten "Erdinger Arena" umgebaut, welche eine K-120-Meter-Schanze, eine K-90-Meter-Schanze und drei kleinere Mattenschanzen umfasst und Platz für unglaubliche 27.000 Besucher bietet. Der derzeitige Schanzenrekord liegt bei 143,5 Metern, er wird von Sigurd Pettersen gehalten. Wenn man von ganz oben nach unten in den Auslauf schaut, kann man die Leistung der Springer erst so richtig würdigen; wenn die wenigstens einen Fallschirm oder so was Ähnliches hätten! Leistung auch im hohen Alter Mut machte uns Hptm Fuhrmann: Er referierte über "Sport als Mittel zur Leistungssteigerung unter den besonderen Bedingungen der Bundeswehr". Auch im "reiferen" Alter kann man - nach den Erkenntnissen der Sportmedizin - durch Sport seine Leistungsfähigkeit erhalten und einen untrainierten "Jüngeren" durchaus übertreffen. Besonderer Dank gebührt der SportSBw, Hptm Fuhrmann und StFw Stoiber, die unser Jahrestreffen und unsere Mitgliederversammlung erst möglich gemacht haben. Hervorzuheben ist die Flexibilität der Fahrbereitschaft, die uns jeden Wunsch erfüllt hat. Wer für das Kaiserwetter verantwortlich zeichnet, konnte allerdings noch nicht in Erfahrung gebracht werden. - Albert Ruff (Fotos von Albert Ruff und Manfred Müller)
Von Sonthofen aus kann man nur den imposanten Pallas der ehemaligen "Ordensburg Sonthofen" sehen (Foto links). Dieser Bergfried lässt zunächst eher auf eine ältere Einrichtung schließen. Doch dieser Eindruck täuscht. Und in den Hörsälen der Schule spielt inzwischen moderne elektronische Datenverarbeitung eine große Rolle. Jährlich absolvieren hier an die 6000 Soldatinnen und Soldaten aller Dienstgrade einen der vielen Lehrgänge. In der Lehrgruppe A wird die Laufbahn- und Verwendungsausbildung der Offiziere und Unteroffiziere der Feldjägertruppe durchgeführt. Diese Ausbildung beinhaltet unter anderem die Lehrgänge für Personenschutz, waffenlose Selbstverteidigung sowie die fachliche Vorbereitung auf Auslandseinsätze für die Feldjäger der Bundeswehr. Daneben wird u.a. auch der internationale Militärpolizeilehrgang angeboten. Zum Aufgabenbereich der Lehrgruppe B gehören Fach- und Verwendungslehrgänge für Soldaten aller Truppengattungen. Neben den Kompaniefeldwebeln werden auch Rechnungsführer und Feldwebel für das Führungsgrundgebiet 3 (Ausbildung, Organisation) ausgebildet. Zusätzlich zu diesem umfangreichen Angebot werden auch Ausbildungen für den Bereich Alarmierung und Mobilmachung durchgeführt.
So gingen HFw Walter Hölzler (Bergführer, Foto links) und Lt Rico Förster (Sportstudent an der Uni Bw in Neubiberg) im wahrsten Sinn des Wortes die Wand hoch. Die Außenwände der meisten Gebäude in der Generaloberst-Beck-Kaserne sind mit Sandstein verkleidet und diese Verkleidung eignet sich hervorragend fürs Freeclimbing. Mit Fingern und Zehen nutzten die beiden kleinste Vorsprünge und Vertiefungen in der Fassade, um bis in den dritten Stock aufzusteigen. Ihre Muskelpakete an Unter- und Oberarmen und am Rücken waren bemerkens- und beneidenswert. Im Dachgeschoss der Unterkunft ist auch ein kleiner Indoor-Klettergarten eingerichtet. Die senkrechte Wand (mangels Höhe klettert man hier quer) ist verhältnismäßig harmlos; Spaß macht sie erst, wenn man Schikanen einbaut (man darf z.B. nur Griffe einer bestimmten Farbe benutzen oder muss die Griffe in einer vorgegebenen Reihenfolge abarbeiten). Es gibt aber auch verschiedene Überhänge bis zu 90°- hier wird es dann wirklich interessant.