
Die ZiFkras in Israel:
150 Prozent Israel mit Militär und Kultur
Mit vielen
positiven Eindrücken kamen 39 Kameraden von der Israelreise des „Freundeskreise
der Bundeswehr – „Die ZiFkras““ zurück. Unter der sachkundigen Führung von Colonel
ret. Ron Gilo, eines erfahrenen Panzersoldaten, absolvierten wir Ende Mai 2008 ein
anspruchsvolles militärisches Programm. Daneben erlebten wir mit dem
touristischen Programm unter der kundigen Führung unserer Reiseleiterin Anna Jarck
zusätzlich eine „normale“ touristische Reise – so dass wir eigentlich in
dieser Woche „150 Prozent Israel“ erlebt hatten. Anstrengend, aber höchst
informativ!
Doch nicht nur bei unseren militärischen, auch bei den „normalen“ touristischen Programmpunkten war das Thema „Sicherheit“ stets präsent. Egal, ob es Grenzzaun und Mauer zu den Palästinensergebieten, ob es Checkpoints an den Autobahnen und Feldbefestigungen auf dem Golan oder das allgegenwärtige Tragen von Waffen war. Dass bei Schulausflügen immer ein bewaffneter Begleiter dabei sein muss, dass auch 12-13jährige Mädchen das M4-Sturmgewehr tragen, dass auch im Hotel die Jugendgruppen von einem jungen Mann mit Karabiner begleitet werden – daran hatten sich manche von uns bis zum Schluss nicht gewöhnt. Heilige Stätten und mehr – Impressionen Unter der kundigen Führung unserer Reiseleiterin Anna Jarck – die uns „nebenbei“ interessante Einblicke über Land und Leute, Sitten und Gebräuche vermittelte– besichtigten wir auch die touristischen Höhepunkte des Landes, die alle Epochen – von der Bronzezeit über Griechen und Römer bis zu Osmanen und Briten – umfassten. Hier einige Impressionen ohne Anspruch auf Vollzähligkeit: Zwei Nächte verbrachten wir am See Genezareth im Hotel Ginosar Inn, einem Hotel- und Lodge-Komplex, der vom einem Kibbuz betrieben wird. In der Nähe des Hotels, am Nordufer des Sees Genezareth erstreckt sich der Felsen, auf dem Jesus die Bergpredigt gehalten haben soll. Unterhalb dieses Felsens, an den Ufern des Sees im Fischerdorf Kapernaum liegen die Fundamente des Hauses von Simon Petrus, über die eine Ufo-ähnliche Kirche auf Stelzen gebaut wurde. In Quazrin, einer blitzsauberen und blühenden Siedlungsstadt auf dem Golan machten wir beim Besuch der Golan Heights Kellerei Bekanntschaft mit den sehr guten Weinen des Golan. Vulkanischer Boden, heiße Sommer und kalte Winter lassen Weine wachsen, die den internationalen Vergleich nicht scheuen brauchen. Die Verkündigungskirche in Nazareth ist eine bemerkenswert eigenwillige Kirchenanlage. Das 1969 geweihte Gebäude ist in eine Ober- und Unterkirche gegliedert und wird von einer Kuppel gekrönt, die sich 57 Meter über der Verkündigungsgrotte wölbt. Auf der Fahrt nach Jerusalem ging es durchs Jordantal entlang der Grenze zu Jordanien. Dort besichtigten wir die oströmisch-byzantinische Ruinenstadt Bet She’an, die im Altertum den Zugang zum fruchtbaren Israel-Tal sicherte und kontrollierte. Die Mauerreste der Stadt, die im 8. Jhd. von einem Erdbeben zerstört wurde, zeugen noch heute von der Größe und der Pracht dieser Stadt. Die Gegend zwischen Bet She’an und der Oase Jericho (unter palästinensischer Verwaltung) zeigte einen bemerkenswerten Kontrast: Die Trockenheit der bergigen Regenschattenwüste auf israelischer Seite (hier fallen weniger als 60mm Ragen im Jahr) vs. der Fruchtbarkeit im Jordantal mit seinen bewässerten Pflanzungen. Von Jericho aus geht es dann durch die bergige Wüste entlang an Beduinensiedlungen hinauf nach Jerusalem, von wo aus wir in den nächsten Tagen aus mehrere Ausflüge machten - unter anderem in die unter palästinensischer Kontrolle stehende Stadt Bethlehem mit der Geburtskirche. Wir besuchten Yad Vaschem – eine beeindruckende Anlage mit mehreren Einrichtungen zum Gedenken an die Verfolgung und Ermordung der Juden. In der Halle des Gedenkens legte Manfred Müller in unserm Namen weiße Rosen nieder, Leopold Weil rezitierte ergreifend das Kaddish, das jüdische Totengebet, das nicht etwas ein Trauergedicht ist, sondern eine Lobpreisung Gottes. In Jerusalem besuchten wir nach einem Überblick über die Ostseite der Stadt die Kirche im Garten Gethsemane, einem Olivenhain an der Ostseite der Stadt. An der Klagemauer am Fuß der gewaltigen Plattform des Tempelberges hielten wir inne, bevor wir uns durch das Gewirr der Altstadt-Gassen entlang der Via dolorosa zur Grabeskirche schoben und schlängelten. Die Grabeskirche wird von sechs christlichen Kirchen verwaltet und ist deshalb eher ein Kirchenkomplex in verschiedenen Stilen, der neben dem Felsen von Golgatha auch das Grab Jesu, den Stein der letzten Ölung und den Platz der Kreuzauffindung überdacht. Die drängenden Besuchermassen wie auch das orthodox-orientalische Interieur ließen hier manchmal eher den Eindruck eines Basars aufkommen... Bei knapp 40 Grad (zum Glück bei trockener Hitze) besichtigten wir Massada, die Felsenfestung des König Herodes, wo knapp 1000 Zeloten ein Jahr lang der Belagerung der Römer trotzten – und den kollektiven Selbstmord der Versklavung vorzogen. Die Belagerungsmauer der Römer wie auch die Reste der römischen Heerlager sind von der Höhe aus noch genau zu sehen, ebenso die künstlich aufgeschüttete Rampe, mit der die Römer schließlich einen Belagerungsturm an die Mauer brachten. In Qumran, dem Fundort der inzwischen legendären Schriftrollen wurde unser Geschichtswissen etwas zurecht gerückt: Wissenschaftler gehen inzwischen davon aus, dass die Siedlung nicht etwa ein klösterlicher Ort der Kontemplation und der brüderlichen Einöde war, sondern ein profaner Handelsstützpunkt mit Geschirr-Töpferei. Trotzdem beeindruckend. Und beim Bad im Toten Meer konnten wir uns davon überzeugen, dass Salzlake auch schwere Jungs wirklich gut trägt.
Ehrenmedaille für Gen. Ephraim Lapid
Zum Abschluss unserer Reise gaben Janet und Maj.a.D. Zvi Amitai uns zu Ehren einen Coktailempfang in ihrem Haus in Mevasseret Zion, einem Vorort vor den Toren Jerusalems. Hier waren neben dem Bürgermeister der Stadt (der Partnerstadt von St. Augustin bei Bonn) viele andere Honoratioren geladen waren. Wir konnten nicht nur den Wein des Gastgebers kosten, der eine kleine Weinkellerei besitzt, sondern auch mit den geladenen israelischen Gästen interessante Gespräche führen.
Diese Gelegenheit
nahmen wir auch wahr, um General a.D. Ephraim Lapid (links, zusammen mit Manfred Müller) die Ehrenmedaille
unseres Freundeskreises zu übereichen – im Vorfeld wie auch bei der
Durchführung der Reise hat Lapid uns sehr unterstützt. Wir werden Ephraim Lapid
wieder sehen: Noch vor Ort erhielt er von engagierten ZiFkras Einladungen zu Vortragsveranstaltungen
in Deutschland.
© Juni 2008, ZiFkras