ZiFkras beim Gefechtsübungszentrum in der Altmark

29 Kameraden besuchten im November 2004 das Gefechtsübungszentrum der Bundeswehr bei Letzlingen in der Altmark nördlich Magdeburg. Rund 0,7 Milliarden Eur wurden hier in die Heide gesetzt, um ein Übungszentrum zu schaffen, in dem jeder Soldat, jedes Fahrzeug zum einen mit einem GPS- wie auch dem Duellsystem AGDUS ausgestattet ist. So kann in der Zentrale jederzeit der Standort wie auch der Status und die Interaktionen jedes einzelnen Übungseilnehmers verfolgt und aufgezeichnet werden.

Auf den Übungsplatz können Großverbände von bis zu 2500 Teilnehmern im Rahmen eines verstärkten Kampftruppenbataillons das Gefecht der verbundenen Waffen üben – allein die vom GÜZ gestellten OPFOR sind bataillonsstark. Das GÜZ erzeugt realistische Gefechtseindrücke durch die Simulation des direkten und indirekten Feuers sowie durch die Bedrohung mit Minen und ABC-Kampfstoffen. Die möglichen Einsatzoptionen können dabei realitätsnah durch modernste Simulationstechnologie dargestellt und geübt werden. Die Möglichkeiten, ein Ziel mit Hilfe von Laser-Duellsimulatoren oder Flächenfeuersimulation zu treffen oder selbst getroffen zu werden, sind nahezu gleich wie bei einem realen Gefecht. Die einzigartige Realismus des Duell- und Schadensmodus sorgen genauso wie die lückenlose Aufzeichnung des Übungsgeschehens, die Auswertung des Funkverkehrs und zusätzliche Videoaufnahmen für einen Ausbildungserfolg, der mit den mit herkömmlichen Manövern und 72-Stunden-Übungen unerreicht bleibt. Insofern ist das GÜZ auch gut gebucht: An rund 250 Tage im Jahr finden Übungen statt.

Oberst Rake, stv Kdr und Ltr AusbBereich, begrüßte uns und stellte das GÜZ vor. Hauptmann Holoh wies uns in die Übungszentrale ein. Herr Neubauer, ein Angestellter der am Projekt beteiligten Firmen, stellte uns die AGDUS-Ausrüstung in der Rüstkammer vor. Jede Waffe ist mit einem Laser ausgerüstet, jeder Teilnehmer mit einem System von Laserreflektoren, Rechnern und Sendern. Treffer werden auf einem kleinen Monitor angezeigt, die Elektronik greift in die Waffenanlage und bei Fahrzeugen in die Fahrzeugelektronik ein – Schummeln ist unmöglich. Wer getroffen ist, bleibt liegen, bis San oder Inst kommen. Wer leergeschossen hat, muss aufmunitioniert werden. Der S4 wird der wichtigste Mann im Stab: Amateure reden über Taktik, Profis über Logistik...

Schwerpunkt ist die Fortbildung der Einheitsführer und Bataillonskommandeure im Führungskönnen und Führungsverhalten. Objektive und zeitnahe Übungsauswertungen geben den Teilnehmern ein Feedback. Nach einer Gefechtsübung wird eine Übungsbesprechung mit Hilfe von aufbereiteten Informationen und Darstellungen vorbereitet, um den Übungsteilnehmern ein Feedback geben zu können. So erfährt jeder, wie er sich verbessern kann und welche Einflüsse seine Entscheidungen auf den Verlauf des Übungsgefechtes hatten.

Abends führte uns Bürgermeisterin Frau Lessing durch das hohenzoller’sche Jagdschloss. Beim Wildessen im Schlossrestaurant vertiefte OTL Dipl.-Ing Dipl.-phys. Hoiczyk, der das GÜZ als Projektleiter mit aufbaute, die Eindrücke des Tagen mit detaillierten Hintergrundinformationen und anderen anregenden Themen.

Am nächsten Tag auf dem Übungsplatz folgte unter Leitung von Hptm Blum ein Blick in die Praxis: Besuch der Stationsausbildungen „Absicherung einer Wahl“ und „Verhalten bei gewalttätigen Demonstrationen“. Hier bereitet sich das nächste ISFA-Kontigent in realitätsnahen Szenarien auf seinen Afghanistan-Einsatz vor. Die Ausbildung im GÜZ verleiht ihnen ein größeres Vertrauen in die eigene und die Leistungsfähigkeit der Waffensysteme und erhöht die Sicherheit in den Einsätzen.

Wolfgang Schmid

© 2004 ZiFkras