Europa-Seminar 2006 in Aachen und Brüssel

Zum zehnten Mal veranstalteten die ZiFkras ihr Europa-Seminar in Aachen und Brüssel – in diesem Jahr stand das Seminar im Andenken an unseren verstorbenen Kameraden Dr. Herbert Nierhaus, der diese Seminarreihe ins Leben gerufen hatte.

Zur Einstimmung berichtete uns Major Frank Miebach über seine Eindrücke und Erfahrungen als Kompaniechef der Transport- und Instandsetzungskompanie in Kabul 2003. Dabei referierte er nicht einfach über die mannigfaltigen Aufgaben dieser Unterstützungskompanie – er vermittelte vielmehr über zwei Stunden lang ein lebendiges und durchaus auch (selbst)kritische offenes Bild seiner Eindrücke. Miebach konnte die Zuhörer so fesseln, dass man eine fallende Stecknadel hätte hören können.

Außerordentliche Mitgliederversammlung

Die außerordentliche Mitgliederversammlung, die sich daran anschloss, war angesetzt worden, um zum einen die Mitglieder über die Änderung der Rahmenbedingungen bei den Informationswehrübungen zu informieren. Zum anderen war eine richtungsweisende Entscheidung zu diskutieren: Der Aufnahmeantrag des Clubs der Freunde des Heeres.

Im Zeichen der Kameradschaft

Der Nachmittag und der Abend standen im Zeichen der Kameradschaft – beim Ausflug in das historische Monschau sowie beim festlichen Abendessen im Offiziercasino Gut Neuhaus konnten alte Freundschaften gepflegt und neue geknüpft werden.

Dieser festliche Abend bot uns auch den Rahmen, sich bei der Schule wie auch bei Oberstleutnant Wolfgang Krohn mit der Verleihung der Ehrenmedaille zu bedanken.

Brüssel: Europäische Sicherheitspolitik

In Brüssel wurden die ZiFkras von der Europaabgeordneten MdEP Ruth Hieronymi empfangen. Dem persönlichen Treffen war ein Rundgang durch das weiträumige Gelände und ein Blick in das Plenum des Europäischen Parlaments voran gegangen. Die imposanten Gebäude, aber auch das Sprachengemisch der verschiedenen Mitarbeiter und der Besuchergruppen aus ganz Europa zeigten sehr anschaulich, dass man sich an einem der Zentren Europas bewegte.

MdEP Hieronymi zeigte die Entwicklung wie auch die Emanzipation des Europäischen Parlamentes gegenüber dem Rat auf – kleine Schritte, die dem Parlament mehr Verantwortung und damit auch mehr Legitimation gegenüber den Bürgern geben. Auch wenn die Europäische Gemeinschaft 50 Jahre alt ist, ist sie noch sehr jung und befindet sich in einer stürmischen Entwicklung, wie Hieronymi an Beispielen aus der Sicherheitspolitik erläuterte.

Sehr jung ist die Europäische Verteidigungsagentur EDA (European Defence Agency), die wir darauf besuchten. Die Agentur wurde 2004 gegründet und hat die schwierige Aufgabe, die Rüstungsentwicklnugen und Projekte in der Europäischen Gemeinschaft zu koordinieren. Immer noch forschen und entwickeln Armeen und Industrie in den europäischen Staaten nebeneinander her oder auch gegeneinander. So haben viele Länder parallel Systeme des "Infanteristen der Zukunft" entwickelt oder unbemannte Aufklärungsdrohnen. Diese "Vielfalt" ist zum einen von den Regierungen so gewollt, um national Kernkompetenzen zu erhalten. Zum anderen kommt diese Vielfalt der Industrie nicht ungelegen, die natürlich nicht nur an der Systementwicklung, sondern auch an der Anpassung der Schnitstellen zu anderen Systemen interessiert ist. Die EDA-Mitarbeiter Frank Strewinsky und Erich Lang zeigten in lebendigen Vorträgen die Arbeit, die Probleme und die Chancen dieser jungen Institution auf.

© November 2006 ZiFkras